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Interview mit Armin Baier

"Wir müssen einen Rückstand aufholen"

Armin Baier, Gesamtanzeigenleiter Bayard Media Augsburg, über eine lang vernachlässigte Werbe-Zielgruppe und verkorkste Planungskonventionen.

Imke Sander

media spectrum: Die Relevanz der Zielgruppe 50plus hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen. Dennoch ist die Mediabranche bei dem Thema Alter immer noch gehemmt. Warum?
Armin Baier: Weil die Basisplanung in Deutschland auf der Alterszielgruppe 14 bis 49 stattfindet und damit die 50plus-Generation ausschließt. Aber ungefähr die Hälfte der Konsumausgaben werden heute schon von ihr getätigt. Das wird sich in den nächsten Jahren noch steigern. Insofern ist jeder, der 14 bis 49 plant, sehr bedenklich unterwegs. Eine Ausweitung der Planung bis 69 wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.

media spectrum: Bayard ist weltweit aktiv. Welche Erfahrungen machen Sie in anderen Ländern?
Baier: Ich glaube, dass Deutschland in der Mediaplanung für lange Zeit eine Vorreiterrolle in Europa hatte. Das hat sich aber inzwischen gerade in der Zielgruppe 50plus absolut gedreht. Hier sind Länder wie die Niederlande oder Belgien, aber auch viele weitere Staaten weitaus zeitkonformer als wir.

media spectrum: Was konkret machen die denn besser?
Baier: Sie gehen unbeschwerter an das Thema heran und haben es verstanden, ihre Käuferschaft wirklich zu identifizieren und aktiv anzusprechen. Problematisch bei uns ist aber auch, dass die Planung oft auf Grundlage der Media-Analyse stattfindet, da sie medienübergreifend möglich ist.

media spectrum: Was ist dabei problematisch?
Baier:Nicht einmal 170 Zeitschriften sind in der ma abgebildet. Ich halte aber rund 800 Publikumszeitschriften in Deutschland für planungsrelevant, auch viele Kundenmagazine oder Titel mit anderen Distributionswegen, die teilweise auch nicht in der IVW auftauchen. Denn die haben durchaus gute Leistungswerte, zum Beispiel bei Responsemessungen. Mir kommt das Zeitschriftenlager in der ag.ma oft wie eine Schutzgemeinschaft der Großverlage vor, die versucht, den Print-Werbekuchen auf rund 170 Objekte zu verteilen und die Eintrittsbarrieren für andere möglichst hoch zu halten. 75 Prozent der dort veröffentlichten Titel lassen sich fünf Großverlagen zuordnen. Gerade für Nischentitel wäre es sehr sinnvoll und zeitgemäß, derartige Sperren zu öffnen.

 

Weiterlesen? Das ganze Interview lesen Sie in media spectrum 1-2.2010

 

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