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Der Nachweis der Werbewirkung hat Priorität

Für Boris Schramm, Managing Director bei Group M, Düsseldorf, sind der Nachweis der Werbewirkung und eine klare Positionierung die wichtigsten Themen für Printmedien.

Anja Schüür-Langkau

media spectrum:Herr Schramm, wissen wir eigentlich genug darüber, wie Menschen Medien nutzen?
Schramm: Genug wissen kann man eigentlich nie. Und wir machen uns zurzeit auch noch zu wenig Gedanken über die Nutzung von Medien. Im Kontext der Veränderungen durch die digitalen Medien gibt es noch sehr viele offene Fragen.

media spectrum: Welche meinen Sie konkret?
Schramm: Im Prinzip denken wir nur darüber nach, ob Medien genutzt und ob ein Kontakt zwischen dem Nutzer und dem Medium zustande gekommen ist. Wir machen uns aber keine Gedanken über die Nutzungssituationen und über die Funktion, die das Medium für den Einzelnen hat, und was es bewirkt, wenn man dort Werbung schaltet. Insofern sind wir in vielen Gattungen noch nicht in der Gegenwart angekommen.

media spectrum: In welchen Mediengattungen ist das Problem am größten?
Schramm: Bei den Medien, die am jüngsten sind, also alles, was über mobile Endgeräte und über das Internet konsumiert wird. Wir haben für das Internet und für mobile Geräte die besten Informationen, ob ein Medium genutzt wird. Wir wissen aber sehr wenig über die Wirkung, über die Nutzungssituationen und die Erwartungen der Menschen an Medien.

media spectrum: Warum haben die digitalen Medien hier nicht schneller reagiert?
Schramm: Es liegt sicher unter anderem daran, dass die digitale Entwicklung so schnell ist. Bei einem Medium wie Print haben wir mittlerweile über 30 Jahre Erfahrung. Wenn wir über das Internet oder über soziale Netzwerke reden, sprechen wir über einen Zeitraum von etwa drei Jahren. Es wäre also vermessen zu erwarten, dass alle offenen Fragen auf einmal beantwortet werden könnten. Aber man muss sich auf den Weg machen und zumindest Themen priorisieren.

media spectrum: Und wie sieht es bei den so genannten klassischen Medien aus?
Schramm: Dort sind die Methoden, mit denen die Daten heute erhoben werden, nicht mehr zeitgemäß. Besonders bei Print und auch bei Radio haben wir die größten methodischen Probleme.

media spectrum: Und woran liegt das?
Schramm: Unter anderem daran, dass die Fragestellungen, über die sich die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (ag.ma) Gedanken macht, immer irrelevanter werden. Das gilt vor allem vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Planungsprozesse.

 

Weiterlesen? Den ganzen Text lesen Sie in media spectrum 3.2010

 

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